Meine Reise nach Paris hat mit Puzzlen und Lesen begonnen. Was ich aus den Stadtplan-Puzzles und Paris-Büchern mitgenommen habe und was mich jetzt noch in Paris-Erinnerungen schwelgen lässt, erzähle ich dir hier:
Puzzeln als Vorbereitung: Paris Arrondissement für Arrondissement
Vor der Reise habe ich zwei Paris-Stadtplan-Puzzle gemacht. Oder eher Eindreiviertel, am historischen Stadtplan puzzle ich noch. Was auch schön ist, weil ich so noch ein bisschen in Paris bleibe.
Neben dem Spaß und der Entspannung beim puzzeln, habe ich mit dem modernen Stadtplan-Puzzle gelernt, dass die Arrondissements schneckenförmig angeordnet sind. Dadurch kann ich mir jetzt sofort vorstellen, wo etwas in Paris ungefähr liegt, wenn ich die Nummer des Arrondissements lese oder höre.
Ich habe auch gemerkt, dass ich mich im 15. Arrondissement, in dem mein Hotel lag, gut orientieren konnte, weil ich den Stadtplan schon gepuzzelt hatte und mir einige Straßennamen und Verläufe bekannt vorkamen.
Léo Malet und Nestor Burma im 15. Arrondissement
Der Autor Léo Malet hat für so gut wie jedes Pariser Arrondissement einen Krimi mit dem Privatdetektiv Nestor Burma geschrieben. Ich habe „Ein Clochard mit schlechten Karten“ gelesen, das im 15. Arrondissement von 1957 spielt, als es dort noch das Citroën Werk gab. Mir hat gefallen, dass es in diesem Arrondissement spielt, dass er Straßen und Orte erwähnt und natürlich dass ein Privatdetektiv ermittelt. Die Sprache ist der Zeit geschuldet in der es geschrieben wurde, deswegen habe ich an der ein oder anderen Stelle gezuckt.
Auf Französisch heißt das Buch „Les eaux troubles de Javel“. Mit dem Versuch es zu lesen, habe ich mich ordentlich übernommen. Dafür reicht mein Französisch nicht. Trotzdem freue ich mich, dass ich auch die französische Ausgabe gekauft habe, denn sie enthält einen Ausschnitt aus dem Pariser Stadtplan mit den wichtigsten Handlungsorten des Krimis.
Lauren Elkin: Als Frau durch Paris gehen und mit dem Bus fahren
Aus dem Buch „Flâneuse. Frauen erobern die Stadt – in Paris, New York, Tokio, Venedig und London“ von Lauren Elkin habe ich die Einführung und das Vorwort gelesen. Mit den Texten habe ich mich auf Paris, auf das Gehen als Autorin und Pariser Schriftstellerinnen eingestimmt. Angeregt von der Lektüre wollte ich in Paris im Buchladen Shakespeare & Company Bücher von Jean Rhys kaufen. Angesichts der unendlich langen Schlange vor dem berühmten Laden habe ich das nicht gemacht. Ich hatte keine Lust mich dort anzustellen.
Von Lauren Elkin habe ich auch „Nr. 91/92. Pariser Tagebuch“ gelesen. Das Buch enthält kurze Texte, die Elkin während ihrer Fahrten mit den Bussen der Linie 91 und 92 auf ihrem Smartphone getippt hat. Die Texte, die über ein Jahr 2014/15 entstanden sind, zeichnen ein schönes Bild vom Pariser Flair. Ich lese es, nachdem ich in Paris auch Bus gefahren bin, nochmal und habe wieder das Gefühl im Bus in Paris zu sitzen.
Eine literarische Einladung, die mich in Kiel erreicht hat
Da es das Buch „Paris. Eine literarische Einladung“ nur noch antiquarisch gibt (es ist von 2007 und wird neu aufgelegt), ist es erst bei mir Zuhause angekommen, während ich in Paris war. Also lese ich es jetzt Text für Text, wenn ich meinen Americano in meinem Kieler Lieblingscafé trinke und schwelge in Erinnerungen.
Als Autorin gefällt mir an diesem Buch, wie verschieden die Texte sind. Und auf wie viel Arten sie Paris beschreiben oder viel mehr von Paris erzählen.
Bücher und Puzzles als Reisebegleiter – davor, dabei und danach
An den Puzzeln und Bücher mag ich, dass sie mich nach Paris reisen lassen. Dass sie mich vorbereitet haben. Meine Vorfreude verstärkt haben. Und dass sie mich in Erinnerungen schwelgen lassen. Natürlich ist es wunderbar, dass ich auch tatsächlich in Paris war. Ich lieb es aber auch mit Büchern an Orte zu reisen, an denen ich noch nicht war und an die ich nicht reisen werde. Aber das ist ein ganz anderes Thema.
