Susanne Pohl
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Blackout Poetry: Wie Taval mir die Leichtigkeit zurückschwärzte

Blackout Poetry: Wie Taval mir die Leichtigkeit zurückschwärzte

5. Juli 2026|By:Susanne Pohl

Blackout Poetry ist mir zum ersten Mal 2012 in New York über den Weg gelaufen. An der Kasse eines Buchladens im Meatpacking District lag das Buch Steal like an Artist von Austin Kleon. Ich hab’s gekauft, gelesen und darin Blackout Poetry entdeckt. Fand ich toll. Wollte ich machen. Hab ich ein-, zweimal gemacht und wieder vergessen. Viele Jahre lang. Bis jetzt. Denn ich mache mit bei der Blogparade „Blackout Poetry – die Verschmelzung von Kreativität & Intuition“ von Lily Magdalen.

Sehr schnell habe ich mich als Grundlage für mein eigenes Buch Taval und die nackte Katze entschieden. Ich habe ein besonders abgegriffenes oder auch abgeliebtes Exemplar, das ich jahrelang als Ansichtsexemplar in der Handtasche mit mir herumgetragen habe. Als erstes Ausgangsmaterial für meine Blackout Poetry habe ich Seite 83 genommen. Ich habe das Buch einfach aufgeschlagen und die erste komplett volle Seite ausgewählt.

Zuerst habe ich Wörter mit Bleistift herausgesucht. Dabei habe ich gemerkt, dass ich sehr verkopft statt intuitiv vorgegangen bin. Dann habe ich das gelassen und einfach geschaut, welches das nächste Wort (aber nicht das direkt folgende) ist, das grammatikalisch passt, und wenn ich auch noch angefangen habe zu lachen, habe ich bis zu der Stelle geschwärzt.

„Die Kantinenkarte verschaffte sich maritimen Schnickschnack für den Notfall. Über einer SMS war auf einem Bild ein Vielleicht“, lautet meine erste Blackout Poetry. Und ich kann über diesen Unsinn herrlich lachen und könnte sogar eine Geschichte rund um diese Kantinenkarte spinnen.

Schnell hab ich mir noch eine Buchseite ausgesucht und vorsichtig aus dem Buch gerissen. Beim ersten Mal hatte ich einen Moment gezögert, weil ich ja eine Seite aus meinem geliebten Buch herausreißen würde. Da ich sie aber kreativ weiter verwenden wollte, konnte ich sie doch herausreißen.

Auf Seite 66 habe ich gar nicht erst mit Bleistift angefangen, sondern gleich mit dem schwarzen Stift die Wörter und Sätze geschwärzt. Das erste Wort, also „Taval“, habe ich mit Absicht ausgesucht. Ich hatte Lust, meinen ernsten Privatdetektiv in einen absurden Satz zu stellen:

„Taval bezweifelte, dass eine reizende Karteikarte ihn so zart berührt hatte.“ Auch dazu fällt mir sofort eine Szene oder kurze Geschichte ein. Außerdem könnte ich diesen Satz als Fortsetzung der ersten beiden lesen, wenn ich bei „Karteikarte“ auch noch „Kartei“ schwärze.

In einem Regal im Arbeitszimmer habe ich einen Rahmen gefunden, das Glas geputzt und meine Blackout Poetry eingerahmt. Mit diesem Rahmen lehnt sie an meinem erhöhten Bildschirm und ich grinse vor mich hin und her.

Mir hat es großen Spaß gemacht und ich habe das Gefühl, mit der Blackout Poetry aus meinem Krimi wieder etwas mehr Leichtigkeit in meine Arbeit zu bringen. Ich will schon lange den zweiten Band fertig schreiben, aber das ist so eine ernste Angelegenheit geworden, dass es mir zeitweise schwer fällt, an dem Krimi weiterzuschreiben.

Die Freude und die Lust am Schabernack, den ich beim Erstellen meiner Blackout Poetry gehabt habe, erinnern mich an das Schreiben des ersten Entwurfs von Taval und die nackte Katze. Da hatte ich sie auch noch, diese Leichtigkeit und die Lust am Schabernack. Die beiden werde ich einladen, mich beim Beenden des zweiten Bands zu begleiten.

5. Juli 2026 Susanne Pohl
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Eine Antwort auf Blackout Poetry: Wie Taval mir die Leichtigkeit zurückschwärzte

  • Bettina 6. Juli 2026
    So ein schönes Wörterspiel. Ich wünsche dir viel Freude beim Spielen und neue Leichtigkeit beim Weiterschreiben an Taval 2. Ganz liebe Grüße von Bettina
    Antworten

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