Susanne Pohl
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365 Tage Autorinnenleben – Woche 2: Dublin, welkende Tulpen und Journalschreiben

11. Februar 2026|By:Susanne Pohl

Nach meiner ersten Woche voller Tulpen, Kaffee und Care-Arbeit kommt nun Woche 2 von 365 Tagen Autor*innenleben. Diese Woche war schwerer. Die Weltlage hat mich erschöpft und die Epstein-Files haben mich wütend gemacht. Aber es gab auch: Schreiben als Anker, Erinnerungen an Dublin, welkende Tulpen und Sonne auf dem Bürgersteig. Hier ist Woche 2:

Mittwoch 04. Februar 2026 – Schreiben & Cappuccino

Endlich bin ich wieder schreibend in den Tag gestartet. Um acht habe ich mit Füller und Notizbuch losgelegt und bin dann nach einigen Seiten an den Computer gewechselt.

Nach einem Telefonat mit meiner Mutti, die seit gestern wieder glücklich zuhause ist, sitze ich entspannt mit einem Cappuccino in meinem Kieler Lieblingscafé. Und atme aus.

Den Thriller „Er kennt deine Angst“ von Emily Freud habe ich zu Ende gelesen. Ein krass spannendes Buch mit einem finalen Twist, den ich nicht kommen sah.

Kannst du mir einen Psychothriller mit einem finalen Twist, den du nicht kommen sahst, empfehlen?

Donnerstag 05. Februar 2026 – Erschöpfung & Weltlage

Ich habe viel über die Epstein-Files gelesen. Über Missbrauch, über Macht, über Männer, die davonkommen. Das ist zum Kotzen.
In Kiel hat es wieder geschneit. Es ist kalt.

Anstatt beim Cappuccino den mitgebrachten Text über Konservatismus zu lesen (APuZ), habe ich endlos auf Instagram gescrollt.

Das intensive Scrollen hat mir gezeigt: Ich bin erschöpft. Die letzten Tage haben mich erschöpft. Die Weltlage erschöpft mich.

Zum Glück habe ich heute Morgen schon geschrieben. Das mache ich als erstes. Das beschütze ich und das beschützt mich. Ich hatte mehr auf dem Plan, aber heute ging nicht mehr.

Freitag 06. Februar 2026 – Dublin & Erinnerungen

Eingang vom Irish Writers‘ Center
Ich vor 12 Jahren
Sicher die Straße überqueren
Eien Polizeistation in Dublin
O’Conell Street Dublin

Vor genau 12 Jahren war ich in Dublin am Irish Writers‘ Centre in einer Crime Writing Class der irischen Autorin Louise Phillips. Mein Telefon hat mich daran erinnert.

Damals habe ich begonnen, einen Psychothriller zu schreiben, der in Kiel und Dublin spielt. Ich habe 1996/97 in Irland an der Westküste gelebt und an einer Klosterschule Deutsch unterrichtet. Diese Erfahrungen flossen in die Backstory meiner irischen Figuren ein.

Meine Ermittlerin kam aus Kiel. Sie hat den Fall auch erfolgreich aufgeklärt, aber das Ende des Manuskripts hat mich so erschreckt, dass ich es erstmal beiseite gelegt habe.

Und da ist es geblieben. Seit 12 Jahren habe ich nicht mehr in das Manuskript geschaut. An die Figuren erinnere ich mich noch ganz genau. Vielleicht hole ich es irgendwann hervor und lese die Geschichte, die ich damals schrieb. Vielleicht überarbeite ich sie dann auch und entlasse sie in die Welt.

Samstag 07. Februar 2026 – Welkende Tulpen & Loslassen

Die Schreibtischtulpen welken. Ich mag, wie die Blüten sich verändern und finde, sie haben Schönheit in jedem Stadium.

Auf meinem Schreibtisch liegen abgefallene Blütenblätter. Ich lasse sie liegen. Beim Schreiben halte ich ab und zu inne, schaue auf die Blütenblätter. Manchmal sortiere ich sie um.

Dieses Jahr wollte ich zum ersten Mal seit Jahren keinen Tulpenkrimi schreiben. Diese Idee hat mich viele Jahre begleitet.
Ich habe auch schon über Tulpen recherchiert. Ich habe Krimi-Plots skizziert und wieder verworfen. Keine Plot-Idee, keine Person hat mich zu einer Geschichte geführt. Und jetzt habe ich die Idee eines Tulpenkrimis losgelassen. Oder eher die Idee hat mich losgelassen.

Sonntag 08. Februar 2026 – Wie Taval zu Taval wurde

Heute erzähle ich dir, wie Taval aus meinem Krimi „Taval und die nackte Katze“ zu Taval wurde.

Zuerst hieß er Patrick Ignatz Kerzengießer. Ein sperriger Name für einen sperrigen Typen. Wir zwei konnten überhaupt nicht miteinander arbeiten. Also musste ein anderer Ermittler her.

Dann kam Taval. Ex-MEK-Beamter aus Hamburg. Rausgeflogen aus dem Dienst. In die Provinz nach Kiel gekommen.
Ich wollte einen weißen hetero cis-Mann schreiben, um schreibend zu erfahren, wie es ist, so durch die Welt zu gehen. Anders als meine Erfahrung als Frau.

Taval sollte sich für einen echten Helden halten. Und gleichzeitig sollte er Fehler machen. Große Fehler.

Im ersten Fall bekommt er es mit der Familie Allenstein zu tun. Die es gar nicht schätzt, dass jemand in ihrer Familiengeschichte herumschnüffelt und tödliche Familiengeheimnisse aufdeckt.

Und dann ist da noch die Katze Cleo. Die hatte ich gar nicht geplant. Aber wie Katzen nun mal so sind, ist sie prompt im Titel des Buchs gelandet.

Ausführlich habe ich das schon mal hier verbloggt: Wie Taval entstand: der Weg zum Privatdetektiv aus dem Krimi „Taval und die nackte Katze“

Montag 9. Februar 2026 – Journalschreiben & Fragen

Das regelmäßige Journalschreiben begleitet mich jetzt schon viele Jahre. Zuerst waren es Morgenseiten in Collegeblocks, dann wurde es eine Mischung aus Morgenseiten und Ideen in Decompositions Books mit Kaffeetassen auf dem Cover und seit 2022 führe ich mein Journal in Leuchtturm Notizbüchern mit schwarzem Hardcover.

Zurzeit diskutiere ich in meinem Journal Fragen mit mir und es begleitet mich auf meinem Weg zu meinem großen Ziel. Ich schreibe über Ängste und Zweifel genauso wie über Freude und Glück. Und ich halte Ideen fest. Manchmal sortiere ich einfach meine To Dos des Tages.

Heute habe ich die Frage 23 „Und was hast du davon?“ in dem Hörbuch „50 Fragen, die das Leben leichter machen“ von Karin Kuschik angehört und meine Gedanken dazu schreibend in meinem Journal reflektiert.

Schreibst du Journal oder Tagebuch?

Dienstag 10. Februar 2026 – Sonne, Spaziergang & Gespräche

Auf meiner Runde um den Block schien plötzlich die Sonne. Ich bin stehengeblieben und habe mich über das Licht gefreut, das auf den Bürgersteig und auf die Hauswand schien. Das war schön.

Obwohl ich meinen dicken Schal um hatte, war es heute viel wärmer als in den letzten Tagen. Ich konnte ohne Mütze gehen. Frühling liegt in der Luft.

Diese Runde um den Block ist meine Routine. Kurz raus, Kopf freibekommen, dann zurück an den Schreibtisch. Oder aufs Sofa.

Heute bin ich nach dem Spaziergang schnell wieder aufs Sofa gegangen, um das nächste Buch aus meinem großen Thrillerstapel fertig zu lesen. „Tiefer als der Abgrund “ von Christian Kraus. Ich war fast durch und wollte wissen, wie es ausgeht.

Das Buch hatte ich auch mit im Café. Aber dort bin ich nicht zum Lesen g ekommen, weil ich mich mit zwei anderen Stammgästen unterhalten habe. Die Gespräche sind mir wichtig. Ich bin den ganzen Tag mit mir allein. Das liebe ich, genauso wie den Austausch im Café.

Fazit aus der Woche: Fokus-Check

In diesem Jahr will ich mich kriminell fokussieren: Bücher schreiben und veröffentlichen. Heather überarbeiten und auf mein Energiemanagement achten.

Woche 2 war schwerer als Woche 1. Die Weltlage hat mich erschöpft. Ich habe zwischendurch endlos auf Instagram gescrollt. Habe ich meinen Fokus verloren? Kurz vielleicht. Aber dann habe ich es bemerkt und am nächsten Tag wieder geschrieben.

Was ich geschafft habe:

  • Jeden Morgen geschrieben (Fokus!)
  • Psychothriller gelesen: „Er kennt deine Angst“, „Tiefer als der Abgrund“ (Genre-Recherche für Heather; Fokus!)
  • Tulpenkrimi-Idee losgelassen (Nein sagen zu Projekten, die nicht passen;  Fokus!)
  • Journalschreiben (Energiemanagement; Fokus!)

Ich habe meinen Fokus nicht perfekt gehalten. Aber ich habe ihn nicht verloren.

12. Februar 2026 Susanne Pohl
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