Susanne Pohl
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Ein Abend mit Jo Nesbø, Elly Griffith und Gefängnissaunas – mein Helsinki Noir Festival

Ein Abend mit Jo Nesbø, Elly Griffith und Gefängnissaunas – mein Helsinki Noir Festival

12. März 2026|By:Susanne Pohl

Eigentlich hätte mein Besuch des Helsinki Noir Festivals Ende Februar ein Abenteuer ins Ungewisse werden können. Ich hatte mir die Karte für das Helsinki Noir Festival schon im letzten Jahr gekauft, weil ich Helsinki und Krimis mag. Erst als die Karte per Mail ankam, fiel mir auf: Das Festival ist vermutlich auf Finnisch. Und mein Finnisch reicht knapp für Bestellungen im Café, nicht für Literaturpanels.

Mein Plan wurde bescheidener. Ich würde kurz hingehen, die Atmosphäre aufsaugen und dann wieder gehen. Zu meiner großen Freude waren die Veranstaltungen am Freitagabend überwiegend auf Englisch.

Das Festival fand im Aleksanterin Teattri, einem wunderschönen alten Theater statt, die Bühne war liebevoll gestaltet: ein türkisfarbenes Sofa, zwei orangefarbener Sessel (die Farben des Festivals) und im Hintergrund die Buchcover der Autor*innen in Großformat. Schon das allein hat sich gelohnt.

Den Abend eröffnete Jo Nesbø. Ich kannte natürlich Harry Hole, aber ich wusste nicht, dass er daneben noch andere Bücher schreibt und dass er mit über 60 Jahren zum extremen Bergsteiger geworden ist. Beides hat mich überrascht. Weiterhin hat er erzählt, dass er das Drehbuch für eine Netflix-Serie geschrieben hat.

Dann kamen die finnisch-isländische Autorin Satu Ramö und der finnische Autor Max Seeck dazu. Der Moderator hat erzählt, dass alle drei Wirtschaft studiert hatten, und fragte, wie das ihr Schreiben beeinflusst. Die Antwort war bemerkenswert einheitlich: Ihnen war von Anfang an klar, dass Verkaufen selbstverständlich zum Autor*innen-Job dazugehört. Kein Hadern, kein Bedauern.

Max Seeck erzählte seine lustigste Leser*innen-Begegnung: Er hatte einmal in Deutschland 15 Minuten auf Finnisch vorgelesen und das Publikum hatte applaudiert. Im Theater lachten fast alle um mich herum.

Ich habe kurz überlegt, warum. Vielleicht weil Lesungen in Finnland wie in Großbritannien und den USA unüblich sind und man es dort generell komisch findet, dass es sie in Deutschland gibt? Oder weil Max Seeck davon ausging, dass sowieso niemand im Publikum in Deutschland Finnisch versteht? Ich weiß es nicht.

Das nächste Panel brachte Elly Griffiths auf die Bühne, die im Festivalprogramm als „Queen of British Crime fiction“ angekündigt worden war. Ich hatte noch nie von ihr gehört. Aber ich hatte mir vorsorglich in einem Helsinkier Buchladen einen ihrer Romane gekauft. (In jedem Buchladen, den ich in Helsinki besucht habe, gab es eigene Tische oder Regale zum Festival  und in einem sogar englischsprachige Ausgaben.)

„The Crossing Places“ ist der erste Band von Elly Griffith Dr.-Ruth-Galloway-Reihe: eine Archäologin, die mit der Polizei ermittelt. Ich werde weiterlesen.

Elly Griffiths erzählte, dass sie jeden Morgen zuerst schwimmen geht und dann an den Schreibtisch. Und dass es nicht leichter wird, Bücher zu schreiben, auch wenn man schon viele geschrieben hat. Die Erfahrung hilft, aber die Arbeit bleibt Arbeit.

Das letzte Panel war auf Finnisch: drei Männer über Gefängnisse und Gefängnisinsassen in Finnland. Ich hatte mir AI-Übersetzungskopfhörer besorgt und verstand etwa 75%, wobei die Kopfhörer leider nur mit einer Stimme übersetzten, sodass ich nicht wusste, wer gerade sprach.

Was ich mitgenommen habe: Finnland hat in den letzten Jahren viel Geld in Polizei und Justiz investiert, was zu mehr Verhaftungen geführt hat. Nur hat man dabei vergessen, auch die Gefängniskapazitäten auszubauen. Jetzt schlafen Häftlinge in Saunas und Fitnessräumen. Natürlich gibt es in finnischen Gefängnissen Saunas.

Danach war mein Kopf voll. Ich habe mir noch das Theater und die Büchertische angeschaut (alles auf Finnisch, naturgemäß) und bin dann zufrieden in die Straßenbahn gestiegen. Es war ein Abenteuer und ein sehr guter Abend.

12. März 2026 Susanne Pohl
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